Meta Samson beschreibt lebensnah und sensibel den Alltag eines jüdischen Mädchens in den 30er-Jahren, der geprägt ist von Ängsten und Verlusten. Religiöse und menschliche Werte beschwört sie wie ein Schutzschild gegen die Bedrohung. Meta Samsons Buch sollte eine Art Lebenshilfe für Kinder wie ihre Tochter sein, darüber hinaus wurde es ein einzigartiges Zeitdokument.
Nur wenige Exemplare des Buches wurden 1938 noch ausgeliefert. Meta Samson und ihre Tochter Marlene wurden drei Tage vor deren 14. Geburtstag im November 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Jahrzehnte später hat Meta Samsons Neffe Walter Lindenberg, der mit einem Kindertransport nach England flüchten konnte, dafür gesorgt, dass Meta Samsons Buch erneut gedruckt wurde. Als es 1990 im Altberliner Verlag erschien, wurde das Buch in den Wirren dieser Zeit kaum beachtet.
Regina Scheer (geb.1950), die Walter Lindenberg bei der Neuherausgabe unterstützte, wird das Buch vorstellen und daraus vorlesen. Sie wird auch über den Philo-Verlag erzählen, der 1938 wie alle jüdischen Verlage verboten wurde.