
Ostsyrische Patriarchen und muslimische Herrschaft
Perspektiven aus dem Kitāb al-Majdal (Buch des Turms)
Antonia Kura, Examensarbeit, Ev. Theologie, Humboldt-Universität zu Berlin
Bagdad war im 11. und 12. Jahrhundert nicht nur Sitz des abbasidischen Kalifen und der Buyiden- und Seldschukenfürsten – der religiösen und politischen muslimischen Obrigkeit – sondern auch der Sitz des Patriarchen der Kirche des Ostens, die zu der Zeit geographisch gesehen die größte Kirche der Welt darstellte. Das Kitāb al-Majdal (dt. Buch des Turmes) aus dem 11. Jhd. ist ein wichtiges Zeugnis des ostsyrischen Christentums jener Zeit und beinhaltet u.a. eine Geschichte der Patriarchen dieser Kirche. In ihrer Examensarbeit erforscht Antonia Kura die Art und Weise, wie in dieser Geschichtsschreibung ostsyrische Identität konstruiert und gestärkt wird, insbesondere in Hinblick auf die Darstellung der Interaktion der Patriarchen mit der muslimischen Obrigkeit. Es entsteht das Bild einer Kirche, die keinen leichten Stand hat, aber mit allen Mitteln um Teilhabe ringt.
Foucault und die Iranische Revolution
Analyse des Begriffs der “Politischen Spiritualität” im Verhältnis zum Aufklärungsbegriff nach Immanuel Kant
Liana Maria Saccone, B.A. Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin
In ihrer Bachelorarbeit setzt sich Liana Maria Saccone mit Michel Foucaults Ideenreportagen über die Iranische Revolution von 1978/79 auseinander. Im Mittelpunkt steht der von Foucault geprägte und umstrittene Begriff der politischen Spiritualität sowie sein Verhältnis zur europäischen Aufklärung.
Anhand von Foucaults Iran-Reportagen und ausgewählten theoretischen Texten untersucht die Arbeit, wie Foucault den revolutionären Ausnahmezustand aus seiner spezifischen zeitgenössischen Perspektive beschrieb. Anstelle einer Analyse entlang etablierter politischer Trennlinien richtete er den Blick auf einen von ihm wahrgenommenen Moment des Aufbegehrens, des Unerwarteten und der Hoffnung. Diese Herangehensweise war bereits zeitgenössisch Gegenstand kontroverser Diskussionen. Die Autorin zieht für die Analyse des Begriffs Foucaults späte Auseinandersetzung mit den Schriften Immanuel Kants und Ernst Blochs heran. Die Ideenreportagen erscheinen als ein wichtiger Bezugspunkt in seinem Denken und als ein herausfordernder Beitrag zur Deutung der Iranischen Revolution.
Auf die Vorträge reagieren Dr. Thomas Würtz, Islamwissenschaftler, Freie Universität Berlin, und Dr. Nadine El-Hussein, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Islamische Ideengeschichte des Berliner Instituts für Islamische Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin.
Der nächste Termin in der Reihe:
17.04.2026, 18 Uhr
Synodalität und Gemeindegesang. Aktuelle Zugänge zur Theologie des 2. Vatikanums
Zur Theologie des Gemeindegesangs
Leander Wons, Wissenschaftliche Hausarbeit, Erste Staatsprüfung Lehramt Gymnasium, Kath. Religion, Gießen
Wahrheit im Gespräch: Wie synodale Theologie von der Kunst des Zuhörens lebt
Anna Wera Wilms, MPhil Modern Doctrine, University of Oxford
Auf die Vorträge reagieren Prof. Dr. Ansgar Kreutzer, Gießen, und Dr. Gesine Palmer, Berlin.
Bewerbungen für den Herbst werden jederzeit entgegengenommen.
Informationen erhalten Sie auf Anfrage an:
Larissa Gerg: gerg@katholische-akademie-berlin.de
Marina Sawall: sawall@katholische-akademie-berlin.de


