
Sören Kierkegaard bleibt bis heute vor allem ein Sonderling, der nirgendwo seinen Platz hat. Dennoch hat er sich im Kanon der Philosophie etabliert. Seine Faszinationskraft liegt nicht zuletzt in seinem fulminanten schriftstellerischen Talent. Ironisch, witzig und humorvoll wie kaum ein anderer Denker konfrontiert er uns mit vielfältigen Gestalten ungelebten Lebens aus Bequemlichkeit, Feigheit, Langeweile und schließlich Verzweiflung. Stets geht es darin um sein eines großes Thema: das Experiment des eigenen Lebens und den Weisen, wie sich der Mensch zu sich selbst verhält.
Der Mensch als widersprüchlich gebautes Wesen, das sich auf sich selbst einen Reim machen muss, bildet den Rahmen für Kierkegaards Anthropologie. Die Frage nach dem Menschen konfrontiert jedoch auch mit dem Problem, wie Religiosität unter den Bedingungen der Moderne möglich ist. Denn das „absolute Paradox“ der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist ein „Ärgernis“ für das Denken, das die christlichen Reden als „Leidenschaft für das Unwahrscheinliche“ konkretisieren und in die psychologische und praktische Alltagsexistenz übersetzen.
Unter dem Titel „Leidenschaft für das Unwahrscheinliche. Perspektiven nach Kierkegaard“ lädt das 20. Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie zur Begegnung mit dem Werk Sören Kierkegaards und insbesondere seinem Oeuvre christlicher Reden ein.
Prof. Dr. Heiko Schulz (Frankfurt/M.) und PD Dr. Simone Neuber (Heidelberg) stellen im öffentlichen Teil des Kolloquiums ihre Thesen zu den religionsphilosophischen Anregungen von Kierkegaards bis heute populären Schriften vor, um diese in einem anschließenden Podiumsgespräch dann mit uns zu diskutieren.
CALL for PAPERS
Manuskripte und Vortragsskizzen können Sie bis zum 4. Dezember 2026 per E-Mail an steiner@katholische-akademie-berlin.de senden. Eingereichte Skizzen sollten nicht länger als 5000 Zeichen und in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Schicken Sie bitte außerdem einen kurzen CV.
In einer freien Sektion können Sie eigene Projekte vorstellen, die nicht ins oben skizzierte Themengebiet fallen. Auch Manuskripte für diese Sektion sollten 5000 Zeichen nicht überschreiten. Für jeden angenommenen Beitrag zum Thema werden 45 Minuten des Kolloquiums reserviert; die Vorträge sollten einen Umfang von 20 Minuten nicht überschreiten. In der freien Sektion sind pro Beitragenden 20 Minuten vorgesehen (10 Minuten Vortrag / 10 Minuten Diskussion).
Das „Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie“ wird in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, dem Institut für Religionsphilosophische Forschung und der Katholischen Akademie in Berlin durchgeführt. Es will Nachwuchsforscherinnen aus den Geistes,- Sozial- und Kulturwissenschaften, insbesondere aus Philosophie und Theologie, versammeln, die ein Interesse an Religionsphilosophie haben. Ziel ist der offene und interdisziplinäre Austausch jenseits der Spielregeln akademischer Karriereplanung, ernsthaft und intellektuell ambitioniert in der Sache und auf dem Stand der akademischen Forschung. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Katholischen Akademie Berlin: www.katholische-akademie-berlin.de
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin
Kontakt: steiner@katholische-akademie-berlin.de

